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Europas kulturelle Vielfalt als Schlüssel zu den Menschen nutzen

„Über die Herzen zum Verstand“

„Wir verfolgen die Idee, Europa in den Mittelpunkt unseres kulturellen Handelns stellen, um Menschen mit der Vielfältigkeit, die Europas Kulturen bieten, zu begeistern, positiv anzusprechen und für einen Dialog über unsere gemeinsame Zukunft zu gewinnen“, beschrieb Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben e.V. das Ziel einer „Europakonferenz“ im Rahmen des 14. Möllner Folksfestes. Kulturschaffende aus den europäischen Partnerregionen Schleswig-Holstein, aus Finnland vom Regional Council of South East Botnia (FIN), aus Österreich vom Steirischen Volksliedwerk, aus Dänemark vom Danish Rock Council ROSA, aus Norwegen vom Vestfold County Cultural Department and Eastern Norway County Network (ENCN) (NOR) und natürlich aus Schleswig-Holstein vom Landesmusikrat und vom Lauenburgischen Kunstverein waren der Einladung des Vereins Miteinander leben e.V. und des Möllner Bürgermeisters Jan Wiegels gefolgt, um über die Entwicklung europäischer Kulturbeziehung auf regionaler Ebene und die Möglichkeiten, diese auch im Kontext von Bürgerbegegnung gegen die zunehmenden Europaskepsis wirken zu lassen, zu diskutieren. Konkret ging es dabei um die Frage, wie man im Gefolge von Kulturevents einen europäischen Bürgerdialog initiieren und durchführen kann.

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Einhellig wurde von allen Beteiligten die herausragende Rolle der Kultur in der Vermittlung des europäischen Gedankens gesehen, eine Feststellung, die sich auch in den vielen Konzerten, Schulauftritten und Workshops des 14. Möllner Folksfest widerspiegelte, an denen sich Musikgruppen aus diesen Regionen einem begeisterten Publikum präsentierten. Kieler und Möllner Grundschüler*innen entdeckten ihren Spaß am Jodeln, finnische Klänge verzauberten die Grundschule in Sterley, und zusammen mit dänischer Musikern auch die Liebhaber von nordischer Musik auf den verschiedenen Konzerten des Festivals und beim großen Workshop für Musikschüler*innen. Steirisch-italienische und griechische Ensembles zogen das Publikum mit ihren modern interpretierten Musiktraditionen in ihren Bann. Europäische Vielfalt wurde hier in musikalischer Leichtigkeit greifbar und ließ viele Begegnungen entstehen, aus Sicht aller Vertreter*innen in der Tat eine perfekte Grundlage, um in positiver Weise Bürgerdialoge zur Zukunft Europas anzubieten.

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In welcher Form diese positive Kulturerfahrung auch einen Bürgerdialog initiieren kann, wurde im zweiten Schritt diskutiert. Vielleicht als europäische Bürgerwerkstatt, die im Rahmen von Musik- und Kunstbegegnungen durch die europäischen Regionen Schleswig-Holsteins - zu denen in übrigen auch noch die Wojewodschaft Pommern in Polen, Pays de Loire in Frankreich und der Bezirk Kaliningrad der Russischen Föderation gehören - wandert und dort Menschen zusammenführt, um Fragen der gemeinsamen europäischen Zukunft zu erörtern. Die Ergebnisse einer solchen Wanderwerkstatt könnten in nachfolgenden Regionen jeweils als Grundlage der dortigen Diskussion genutzt werden, so dass tatsächlich ein europäischer Dialog zur Zukunft Europas entsteht, in dem finnische, norwegische, dänische, deutsche, polnische, französische und österreichische Ideen und Meinungen einfließen und sichtbar werden.

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Wie eine solche Idee umgesetzt werden kann, vielleicht im Rahmen einer Förderung durch das EU-Programm „Europe for Citizens - Democratic engagement and civic participation” oder eher im bilateralen Austausch konnte von den Beteiligten nur andiskutiert werden. Die Notwendigkeit, gemeinsam zu handeln, ein solches Ziel konkret zu denken und die Kooperationsbeziehungen dafür auszubauen, wurde von allen Teilnehmer*innen, gerade in ihrer Rolle als Kulturschaffende, als überaus wichtig angesehen, auch um selbst Verantwortung für den Fortbestand der europäischen Idee zu übernehmen. Entsprechend wurden vertiefende Kontakte und Treffen vereinbart, die den Weg zu einem gemeinsamen Europaprojekt ebnen sollen. Dieser Prozess wird begleitet und unterstützt durch das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein.
http://jensbutz.de/konferenz/

Bilder: Jens Butz


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Lieselotte Nagel

Bürgervorsteherin

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Jan Wiegels

Bürgermeister

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Liebe Möllnerinnen und Möllner, liebe Gäste,

herzlich Willkommen zum 14. Möllner Folksfest der Internationalen Begegnung!

Seit 1993 setzen die Veranstalter mit dem Folksfest in Mölln ein Zeichen für Toleranz, für ein besseres Miteinander aller Kulturen und gegen Fremdenfeindlichkeit – das war nach den menschenverachtenden Brandanschlägen im Jahre 1992 Grundlage ihres Engagements. In diesem Jahr, nachdem zwischenzeitlich Hunderttausende von Flüchtlingen in Deutschland Aufnahme gefunden haben, ist dieses Fest der Internationalen Begegnung aktuell wie lange nicht mehr.

Dieses hochkarätige Musikfest wird uns wieder einmal viele unterschiedliche Menschen und ihre Musik präsentieren, Musik in Zeiten von Krieg und Verfolgung, die in den Heimatländern vieler Schutzsuchenden wohl oft vom Kriegslärm übertönt würde. Unter den Zuhörern finden sich beim Folksfest in diesem Jahr sicherlich ebenso viele verschiedene Nationen wie unter den Musikern auf der Bühne. Dieses Miteinander zu erleben ist eine zusätzliche Facette, die das Folksfest 2016 uns bietet.

Die Konzerte und kulturellen Mitmachaktionen werden von Musikern aus Finnland, Dänemark, Österreich, Italien und Griechenland gestaltet – aus europäischen Partnerländern, die wie Deutschland Ziel der vielen Flüchtlinge und Schutzsuchenden in den vergangenen Monaten sind.

Aber auch aus weiter Ferne kommt Musik zu uns, die aus den entfernten Kulturkreisen erzählt und Zeugnis vom „Reichtum der musikalischen Traditionen auf unserem Planeten“ ablegt, wie es in der Vorankündigung heißt. Lassen wir uns mitreißen und inspirieren, lassen Sie uns zuhören und mitmachen, lassen Sie uns gemeinsam die Faszination der Musik genießen, die Menschen zusammenführt und verbindet.

Wir sind ganz sicher, dass auch diesmal der Funke der Begeisterung wieder überspringt und die familiäre Stimmung der Möllner Folksfeste alle mitreißen wird. In diesem Sinne danken wir allen Musikerinnen und Musikern aus nah und fern für Ihr Kommen, den Veranstaltern für ihr nicht nachlassendes Engagement und wünschen allen frohe und unbeschwerte Stunden mit schönen Begegnungen über alle Ländergrenzen hinweg.


Mark Sauer &
Jörg-R. Geschke

Verein Miteinander Leben e.V.

Ein Kulturfest kann nicht die riesigen Probleme dieser Zeit lösen, aber wir können eine Geschichte erzählen, einen Gegenentwurf bieten für die, die sich nur noch von Ängsten leiten lassen und darüber Überzeugungen verlieren: Eine Geschichte von Offenheit und Austausch, von Freiheit und Kommunikation, von Menschlichkeit und Menschenrechten. Neue Grenzen oder gar Zäune innerhalb Europas, die die Freiheit beschneiden und unsere Grundwerte infrage stellen, werden die Probleme nicht lösen. Lassen Sie uns uns gegenseitig achten und auch in Verschiedenheit wahrnehmen, lassen Sie uns Musik und andere Künste mit Freude teilen und lassen Sie uns das Verbindende leben und feiern!


 

Europa und die Möllner Folksfeste

Das 14. FF ist schwerpunktmäßig auch ein Festival der europäischen Begegnung und soll es in Zukunft noch viel stärker werden. Die historisch einmalige Idee eines vereinten Europa hat nicht nur unserem Land eine nie dagewesene Friedensperiode verschafft. Der immer weiter erodierenden Zustimmung zu Europa stehen all die positiven Erfahrungen und wunderbaren persönlichen Erlebnisse gegenüber, an denen kulturelle Begegnungen einen großen Anteil haben.

Miteinander leben e.V. hat, unterstützt durch das Ministerium für Justiz, Europa und Kultur, in den letzten Monaten Kontakt zu den zahlreichen europäischen Partnerregionen Schleswig-Holsteins aufgenommen: in die Steiermark, ins norwegische Aker, das finnische Süd-Ostbottnien, in unsere dänische Nachbarregion Jütland, in die polnische Woiwodschaft Danzig und das französische Pays de Loire, aber auch mit dem russischen Kaliningrad. Alle diese Regionen Europas sind Schleswig-Holstein als Freunde verbunden und doch vielen Schleswig-Holsteinern unbekannt.

Als Botschaft haben wir die Idee, ein gemeinsames Festival der europäischen Begegnung zu feiern. Diese Idee werden wir zusammen mit Gästen im Rahmen einer Europakonferenz vertiefend beraten, damit Europas Bürger sich in zwei Jahren in Mölln im Zeichen bei einem kleinen aber feinen Kulturfestival begegnen können.

Lasst uns über Europa reden, es ist notwendig, und Europa ist es allemal wert!

Im Historischen Rathaus findet mit allen angereisten Delegationen am 10.06.16 von 14:00 - 15:30 eine Europakonferenz als nicht-öffentliche Veranstaltung statt.

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